Im Februar erreicht der Winterblues bei vielen Seglern seinen Höhepunkt. Doch für Trübsal blasen bleibt eigentlich keine Zeit. Zu viel gibt es Jahr für Jahr zu tun, um sich im Frühjahr nicht nur auf die Saison, sondern auch auf die eigene Yacht zu freuen. Grund genug, die Wintermonate dafür zu nutzen, die Decksbeschläge einer Untersuchung zur unterziehen. Lest hier den ersten Teil unserer zweiteiligen Pflegeserie!

Beschläge richtig warten 

Ihr kennt das alle: Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den tristen Februar Himmel, von irgendwo her schallen Vogelstimmen. Herrlich! Gerade an einem Tag wie heute steigt die Vorfreude, denn: die neue Saison ist nicht mehr weit. In gut vier Wochen gehen die ersten Schiffe zu Wasser, komme was wolle. Perfekter Anlass also, einen Blick auf die To-Do Liste des Winters zu werfen. Wurde an alles gedacht? Oder lässt sich die verbleibende Wartezeit nicht vielleicht noch etwas nutzen und zusätzlich verkürzen, indem die Ausrüstung an Bord einem gründlichen Check unterzogen wird? Stichwort: Materialpflege. Segelyachten, egal ob ultraleichte Rennziegen oder behäbige Cruiser, sind aufwändige Systeme die entsprechend gewartet werden müssen.

Klar, je nach Anspruch unterscheidet sich der Aufwand, den Eigner und Segler betreiben deutlich. Ist’s für den einen nach dem Einwintern der Maschine bereits getan, stecken andere zahllose Stunden in die Winterarbeit und die Pflege ihrer Yachten. Wir wollen heute versuchen, einen Mittelweg aufzuzeigen. Es muss ja nicht gleich immer das volle Programm sein. Nur: Wer sein Material pflegt, der hat länger etwas davon. Und das gilt natürlich nicht nur für Segel, sondern auch für (Decks)Beschläge. Wie man letztere im Winter vernünftig wartet, darum soll es in unserem heutigen Beitrag gehen. Und los!

Teure, schöne Ware – So habt ihr länger was davon!

Was haben Rutscher, Blöcke, HolepunktSchlitten, Rollanlagen und Winschen gemeinsam? Richtig: Sie sorgen für einen reibungslosen / reibungsarmen Ablauf an Bord. Auch sind sie allesamt teuer, was eine fachkundige Pflege empfiehlt. Außerdem handelt es sich bei Beschlägen um das Werk findiger Ingenieure, deren Pflege neben einem guten technischen Verständnis ein geübtes Auge ebenso wie handwerkliches Geschick erfordert. Mit den nachfolgenden Tipps zur Inspektion und Reinigung verlängert ihr die Lebensdauer eurer Beschläge.

Rutscher: Bei kugelgelagerten Mastrutschern empfehlen wir, die Lager mit entsprechenden Reinigungs- und Pflegemitteln zu bearbeiten. Hier eigenen sich trockene Schmiermittel wie McLube. Aber Vorsicht: verpackt die Rutscher im Anschluss an die Wartung mit Küchenpapier um etwaigen Schmutz nicht ins Segel zu schmieren. Außerdem solltet ihr darauf achten, ob alle Kugeln noch intakt sind. Diese brechen unter Last und können die Handhabung des Segels beim Setzen und Bergen deutlich beeinträchtigen. Ein Wechsel der Kugeln im Lager ist dabei weder kostspielig, noch aufwändig. In der Regel lassen sich – je nach Hersteller – die Endbeschläge der Rutscher öffnen und die Kugeln auf eine Weiche einleiten von wo aus die defekten Kugeln ersetzt werden können. Wir helfen dabei natürlich gern!

Blöcke: Das Salzwasser ist ein Feind reibungsarmer Mechanik. Darum tut euch den Gefallen, und schraubt kugelgelagerte Blöcke im Herbst ab und reinigt diese fachgemäß. Im ersten Schritt empfehlen wir euch daher, die Blöcke ausgiebig mit klarem Wasser ab- und auszuspülen. Gerade High-Load-Blöcke lassen sich leicht unter fließend Wasser – oder besser noch: mit einem Schlauch – abspülen und so von Salz und anderen Rückständen befreien. Ein Tropfen McLube im Frühjahr sorgt dafür, dass die Blöcke euch lange Freude bereiten. Achtet während der Reinigung außerdem auf Abnutzungserscheinungen. Ein kleiner Haarriss an der falschen Stelle kann euch im Zweifel mehr als den Urlaub kosten. Also: Augen auf und im Zweifel lieber neu als „geht schon noch“.

Mit frisch gepflegter Ausrüstung entspannt durch den nächsten Sommer!

Wir hoffen, euch ein paar Anreize und Ideen für die letzten Wochen bis zum Krantermin mit auf den Weg gegeben zu haben. In der nächsten Woche geht es dann um Winschen, Rollanlagen und Co.! Wenn ihr mehr wissen wollt, ruft uns an oder schreibt uns eine Mail. Oder kommt einfach mal so vorbei.

Auch wenn wir grade mit dem Werkstattumbau mehr als alle Hände voll zu tun haben, freuen wir uns immer über einen Besuch.
Also, bis bald auf der Sonneninsel Fehmarn in der Segelmacherei

 

Euer Martin von MJOS.