In diesem Beitrag des MJOS-Blogs geht es um den Herbst, oder genauer gesagt: Die Arbeiten, welche zum Herbst fällig werden und wie sich Mastlegen, Einlagern und co. einfacher gestalten lassen. Kurzum:

Die Saison ist zu Ende, der Spargel muss runter. Damit dies entspannt und sicher von der Hand geht hier ein paar Tipps von der Insel.

Frischhaltefolie hilft gegen Schmutz im Gewinde

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber mich hat das Wetter in den letzten Wochen total überrumpelt. Es ist keine drei Wochen her, da konnten wir in Badeshorts und T-Shirt unter der Spätsommersonne von Großenbrode Spleiß- und Riggingarbeiten durchführen und jetzt: 10 Grad und Regen. Auch wenn es schmerzt, der Herbst ist da.

Zeit also, sich mit dem Saisonende und dem Winterlager zu beschäftigen. Vielleicht erinnert ihr euch noch an unseren Beitrag aus dem Mai, in dem es ums Maststellen ging. Auch im Herbst, wenn die Palme wieder runter soll vom Schiff, gibt es einiges zu beachten. Wir haben euch ein paar bewährte Tipps aus dem Nähkästchen zusammengestellt damit der Mast schnell und sicher ins Winterlager kommt.

Mit MJOS-Kompetenz stressfrei durch den Herbst

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Schublehre und / oder Zollstock einpacken. Solltet ihr mit dem Trimm eures Mastes zufrieden gewesen sein, lohnt es sich, genau diesen Trimm im Frühjahr reproduzieren zu können. Hierfür messt ihr am einfachsten den Abstand zwischen den Toggles im Wantenspanner (mit der Schubleere), oder Abstand vom Toggle zum Pütting (mit dem Zollstock). Sind die Werte notiert, kann das Rigg losgeschraubt werden. Kleiner Tipp für 7/8-Riggs mit gepfeilten Salingen: Zieht das Achterstag maximal dicht, bevor ihr euch ans Werk macht. So nehmt ihr Spannung aus den Oberwanten und erleichtert euch das Losschrauben ungemein.

(2)

Ist das Rigg losgeschraubt gilt es gleich mehrere Dinge zu beachten. Zum einen wäre da die Ausrichtung und Positionierung des Kranhakens am Mast. Das Schiff sollte unter dem Mastenkran liegen, dass der Mast im rechten Winkel zur Schwimmlage nach oben gezogen wird. Dies ist insbesondere bei durchgesteckten Masten sehr wichtig, da ein falscher Zugwinkel sonst Schäden an Decksdurchbruch und Mast verursachen kann.

Fertig. Das Mastrohr ist nackt und kann nun ins Winterlager

Und wie kriege ich den Mast kontrolliert und sicher angehoben?

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Denkt daran, den Kranhaken bereits leicht anzusetzen, bevor ihr das Rigg komplett losschraubt. So verhindert ihr unangenehmes Schlackern des Mastes. Bei durchgesteckten Masten kann der Mast zusätzlich mit einer Schot über die Genuawinschen an die Hinterkante des Mastlochs gezogen werden.

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Positioniert den Kranhaken so, dass der Mast in der Luft nicht mehr gedreht werden muss um ihn ablegen zu können. Ist der Mast angehoben führt ihr den Spargel am Mastfuß beim Ablassen langsam und kontrolliert nach hinten.

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Liegt der Mast, geht es ans Demontieren. Auch wenn es im Frühjahr mehr Arbeit macht, lohnt es sich, Riggteile wie Salinge, Wanten etc. so weit es geht zu demontieren. Denkt daran: Der Mast wird nun fast ein halbes Jahr lang irgendwo „rumliegen“. Da lohnt es sich, die Angriffsfläche gegenüber unachtsamen Mitmenschen so klein wie möglich zu halten damit der Mast keinen Schaden durch Dritte nimmt.

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Denkt daran: Schmutz und Fett vertragen sich gut. Darum lohnt es sich, mit Frischhaltefolie aus dem Supermarkt gewappnet zu sein, um die Wantenspanner wie oben auf dem Bild zu verpacken. Auf diesem Weg bleibt das Gewinde geschmeidig. Oder aber, ihr nehmt die Wantenspanner mit nach Hause und entfettet sie über den Winter. Das macht zwar etwas mehr Arbeit, sorgt aber auch dafür, dass die Wantenspanner frisch geschmiert und in Top-Zustand in die neue Saison starten könnt.

Bei Fragen: Wendet euch an MJOS, egal zu welcher Tages- und/oder Uhrzeit. Wir sind für euch da, auch im Herbst!