Oder sollen wir lieber vom Wintersportparadies Fehmarn sprechen? Skifahren statt segeln, Aprés-Ski statt Stegbier und Skiverleih statt Segelmacherei? Wenn wir so aus dem Fenster blicken könnte der Eindruck entstehen, die ersten Wintersporttouristen zögen bald in Burgstaaken durch die Straßen. Wintereinbruch zum Saisonauftakt, das kann ja was werden!

Frohe Ostern x Wintersport auf Fehmarn?!

Doch Spaß bei Seite: Wir müssen raus ins grau-weiße Winterwunderland denn der Blick auf den Kalender verrät: Es ist April, Ostern um genau zu sein, und die Yachten müssen ins Wasser. Es hilft also alles nichts. Ein kleiner Trost: Wir sind nicht allein. Insofern geht dieses österliche MJOS-Blog raus an alle, die sich bei Minusgraden noch immer die Gliedmaßen wundpolieren damit, drei Mal auf Holz geklopft, nun ganz, ganz bald der Sommer Einzug erhalten kann. Wenn es besonders kalt in der Halle ist, fällt nicht nur naturgemäß alles schwerer, manche Arbeiten sind dann auch schlicht und ergreifend schwieriger in der Ausführung.

Stichwort: Antifouling!

Weit verbreitete Antifouling-Beschichtungen wie zum Beispiel VC 17m von International lassen sich erst ab einer Temperatur von mindestens 5°C verarbeiten. Je nach Hersteller kann die Verarbeitungstemperatur natürlich variieren. Uns ist jedoch kein Antifouling bekannt, welches sich bei Minusgraden und hoher Luftfeuchtigkeit auch nur ansatzweise gut verarbeiten lassen würde. Wer sich jetzt denkt: „Ha! Nächste Woche soll es ja schlagartig wärmer werden, ich warte mit dem Antifouling einfach noch!„, dem sei gesagt: Springt die Temperatur in kurzer Zeit, kann sich Kondenswasser/Feuchtigkeit auf dem Rumpf bilden. Das dann aufgetragene Antifouling wird nicht lange halten und auch polieren wird dann zu einer echten Sisyphusarbeit.

Unser X-412 Xtra fast mit frisch versiegelter Außenhaut. Da kann kommen was will!

Stichwort: Polieren!

Bevor poliert werden kann muss euer Gelcoat gereinigt werden. Nur wenn das Gelcoat sauber ist, bringt polieren überhaupt etwas da andernfalls einfach nur der Schmutz auf dem Gelcoat mit der Politur versiegelt wird. Sieht dann zwar „Shiny“ aus, aber eben voll mit Schmutz und das wollen wir nicht, und ihr wollt das ganz sicher auch nicht. Also: Vor dem polieren reinigen. Auch muss der Rumpf trocken sein. Das ist besonders an Tagen wie heute, wo es draußen kalt und feucht ist, extrem wichtig, denn: Steigt die Außentemperatur, steigt die Oberflächentemperatur eurer Yacht dementsprechend an und es bildet sich Kondenswasser. Nicht gut! Insofern: Stellt sicher, dass der Rumpf trocken ist bevor ihr mit der Reinigung anfangt.

Ist der Rumpf gereinigt, mit Süßwasser abgespült und getrocknet, kann die Politur aufgetragen werden. Das geschieht am besten mit Polierwatte per Hand. Danach: Politur einwirken lassen bis die Oberfläche matt ist und ihren Glanz verloren hat. Erst dann kann die Politur hochpoliert werden. Nutzt hierfür entweder Polierwatte oder eine Poliermaschine. Wichtig: Gelcoat sollte grundsätzlich mit etwas mehr Druck poliert werden als beispielsweise herkömmliche Lacke. Insofern: Achtet auf die Drehzahl, da zu hohe Drehzahl das Gelcoat beschädigen kann.

Ein strahlendes Gelcoat!

BevNach dem Polieren schaut ihr gegens Licht den Rumpf entlang um etwaige Reste zu finden. Diese können dann per Hand aufpoliert werden. Beim Polieren werden übrigens die Poren des Gelcoats verschlossen. Dies führt dazu, dass das Gelcoat gegen Schmutzpartikel im Wasser geschützt ist. Die Oberfläche erhält also nicht nur einen frischen Glanz, sondern wird tatsächlich glatter.
So, und jetzt, geht raus da! Wir wollen schließlich alle auf’s Wasser! Frohes Schaffen und frohe Ostern vom MJOS-Team!

Euer MJOS-Team