Es ist kaum vier Wochen her, da begannen wir an dieser Stelle unseren Blog mit den folgenden Worten: Sommer und kein Ende in Sicht!

Wie vergänglich der Sommer doch angesichts der Wetterkapriolen der letzten Woche scheint. Aber wir wollen uns ja nicht beklagen. Die Temperaturen sind spätsommerlich, die Luft bewegt sich entsprechend schnell/langsam, kurzum: Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Es wird bloß früher dunkel. Wer jetzt also noch längere Schläge unternimmt, oder sich gar auf die Teilnahme am Silverrudder vorbereitet, für all diejenigen sollte das Thema unseres heutigen Blogs interessant sein:

Segeltrimm bei Nacht

Ihr kennt das ja alle. Ihr seid unterwegs, der Urlaub oder das Wochenende steht vor der Tür und es läuft grade richtig gut. Aeroe passiert, der kleine Belt liegt vorm Steven, immer weiter, immer weiter. Gerade wenn man nicht so viel Zeit hat, lohnt es sich, am Anfang des Urlaubs weite Strecken zu segeln. Durch die Nacht von Fehmarn nach Anholt, das hat schon einen gewissen Charme! Gerade in bedeckten Nächten wird der Segeltrimm dabei jedoch zu einem kniffligen Unterfangen. Deshalb hier ein paar praktische Tipps von „A“ wie „Alle Lampen an“ über „D“ wie „Dialog im Dunkeln“ bis „Z“ wie „Zaubertape“.

Alle Lampen an?

Fehmarn ist nicht nur Heimat unserer Segelmacherei sondern als Sonneninsel auch von wolkenfreien Himmeln verwöhnt. Ist die Nacht also wolkenlos, spendet der Mond oft ausreichend Licht, um das Profil der Segel erkennen zu können. Haben sich die Augen an die dunkle Umgebung gewöhnt, sind gerade die Profile heller Segel aus Dacron sehr gut zu erkennen. Weiße Trimmstreifen in dunklen Laminatsegeln helfen durch den Kontrast ebenfalls, das Profil zu erkennen. Was die Augen hingegen gar nicht mögen, sind sporadische Lichtquellen im direkten Umfeld. Licht unter Deck, hell erleuchtete Smartphone-Bildschirme oder ein elektronischer Plotter stören das Auge und verhindern, dass wir uns an die Dunkelheit gewöhnen. Insofern: Licht unter Deck aus oder auf rotes Licht wechseln. Smartphone, Plotter und Instrumente in den „Nacht“-Modus stellen und, wichtigster Punkt, etwaige Mitsegler an Bord für die Wirkung ihrer Lichtquelle sensibilisieren.

Dialog im Dunkeln

Vor allem Regattasegler tragen nachts gern Stirnlampen um z.B. auf dem Vorschiff im Manöver genug Licht zu haben. Wird dann über Deck kommuniziert drehen sich viele unbedacht um und leuchten ihren Mitseglern am anderen Ende der Yacht hell ins Gesicht. Das ist natürlich kontraproduktiv. Der geblendete kann nichts sehen und die ständige Reizüberflutung der Iris macht die Segelei bei Nacht unnötig anstrengend. Auch hier helfen rote Stirnlampen und vor allem: Bewusste Nutzung der Lichtquelle.

Für arbeiten im Cockpit lohnt sich außerdem eine starke Taschenlampe im Cockpit. Die schafft nicht nur Sicherheit, sondern hilft, durch kurze Lichtstöße ins Segel einen genauen Eindruck vom Trimm zu bekommen. Außerdem kann durch einen Lichtkegel ins Großsegel Aufmerksamkeit bei Nacht erzeugt werden, etwa, wenn ein Notfall vorliegt oder das Schiff manövrierunfähig ist.

Zaubertape? Es werden Licht!

Doch zurück zum Thema Segeltrimm. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Licht ins Dunkel der Segel zu bringen. Und zwar ohne die Gefahr, Mitsegler zu blenden, Taschenlampe zu versenken oder sonstige externe Hilsmittel. Wobei, ganz korrekt ist diese Aussage nicht, denn einen Helfer von Außenbords gibt es hier schon zu nennen: Die Sonne! Verseht ihr eure Segel mit fluoreszierenden Trimmstreifen, werden diese tagsüber durch Sonneneinstrahlung „aufgeladen“. Wird es dunkel, beginnen die Trimmstreifen wie von Zauberhand zu glühen und bringen so das Profil des Segels auch in stockfinsterer Nacht zum Vorschein. Klingt interessant? Ist es auch! Trimmstreifen von GlowFast oder anderen Anbietern können wir auch nachträglich in eure Segel kleben oder wir rüsten die nächste Fock oder das nächste Großsegel direkt entsprechend aus.

Gemeinsam durch die Nacht

Ob nun mit oder ohne Zaubertape. Und egal, ob die Stirnlampe nun weiß oder rot leuchtet. Wichtig ist: Keine Angst vor dem Dunkeln. Durch die Nacht segeln macht Spaß, ist immer ein klein wenig aufregend und schweißt zusammen. Nichts schlägt einen frisch aufgebrühten Kaffee an Deck, wenn morgens um kurz vor 5 die ersten Sonnenstrahlen am Horizont durchbrechen. In diesem Sinne: Vielleicht die nächste Wochenendtour nach Kopenhagen und zurück? Wie oft segelt ihr durch die Nacht. Schickt uns Fotos eurer durchsegelten Nächte bei Facebook!

In diesem Sinne: Schönes Wochenende und viele Grüße aus der Segelmacherei auf der Sonneninsel Fehmarn,

Euer MJOS-Team!