Alle Jahre wieder: Frühling, Sonnenschein und endlich wieder Segeln! Saisonstart, ein Hauch von Vorfreude liegt in der Luft, denn bald geht es wieder los. Damit zum Ansegeln nichts schief geht, wollen wir uns in unserem heutigen Beitrag mit dem Thema „Maststellen“ beschäftigen. Denn mit einem gekonnt gestellten Mast und dem richtigen Trimm macht Segeln einfach mehr Spaß.

Vorbereitung ist die halbe Miete – Maststellen

Was für andere Dinge gilt, hat auch bei Maststellen Bedeutung: Vorbereitung ist das halbe Miete. Und diese beginnt idealerweise im Herbst. Durch eine sachgerechte Lagerung lassen sich viele unliebsame Überraschungen im Frühjahr vermeiden. Auch wenn es natürlich verlockend ist, den Mast einfach mit Sack und Pack – oder besser: mit Stagen und Salingen – ins Regal zu legen, empfehlen wir, den Mast im Herbst weitestgehend auseinander zu bauen.
Nicht nur, dass die Handhabung der lieben und teuren Spiere im Mastenlager einfacher wird, auch lassen sich auf diesem Wege Lagerschäden durch unsachgemäße Behandlung Dritter häufig vermeiden. Ein nackter Mast bietet einfach weniger Angriffsfläche.

Im Herbst gilt also: Stagen demontieren und großzügig aufrollen. Wichtig: Markierungen bringen im Frühjahr Licht ins Dunkel des Stagen Wirr-Warrs. Salingen demontieren, Fallen ins Top ziehen oder mit Sorgleinen ganz aus dem Mast herausziehen und das nackte Mastrohr gegen Staub und Schutz verpacken. Hier eignet sich neben ausgemusterten Bettlaken vor allem Malervlies oder eine Mastentasche (bspw. von MJOS).

Stagen und Wantenspanner lassen sich über die Wintermonate gut reinigen. Die Stagen können hierzu mit Süßwasser abgewischt werden. Wantenspanner am besten zerlegen und entfetten. Achten sie außerdem darauf, das stehende Gut rechtzeitig auszutauschen, denn: alte, brüchige Stagen können den Versicherungsschutz im Falle eines Mastbruchs einschränken. Ein Anruf bei ihrem Versicherungsgeber schafft diesbezüglich Klarheit. Damit es gar nicht erst soweit kommt, berate ich Sie gern bei Wartungsfragen.

Maststellen Fehmarn MJOS

Das Frühjahr: ab ans Maststellen

Geht es im Frühjahr dann ans Maststellen, heißt es einmal: Retour. Beim Zusammenbauen des guten Stücks können direkt neue Splinte eingesetzt, und die Spanner frisch gefettet werden. Nicht vergessen, die neuralgischen Scheuerstellen großzügig abzutapen – ihre Segel werden es Ihnen danken.

Ist der Mast fertig zusammengebaut, geht es ans Eingemachte. Gerade vielen Einsteigern graust es häufig vor dem Balanceakt mit dem Mast am Haken. Doch seien Sie unbesorgt: Mit der richtigen Vorbereitung und ausreichend helfender Hände gelingt das Mastsetzen im Handumdrehen. Wichtig ist, dass der Haken richtig positioniert ist. Als Faustregel gilt: Der Haken muss so weit oben angeschlagen werden, dass der Mast mindestens in Wage hängt. Ist der Haken zu weit unten angebracht, wird es schwierig, den Mast in eine aufrechte Position zu bringen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie den Haken mit einem ordentlichen / vertrauenswürdigen Tampen am Mast befestigen und diesen nach erfolgreichem Setzen wieder an Deck zurück bekommen. Außerdem sollte der Haken gut gepolstert sein, sodass beim Setzen keine unschönen Schrammen entstehen.

Den Mast zum Setzen soweit anheben, dass sich die Mastunterkante senkrecht über dem Decksdurchlass oder dem Mastfuß an Deck positionieren lässt. Anschließend den Mast langsam und vorsichtig absenken, bis der Mast auf dem Mastfuß steht. Wichtig: Der Haken trägt den Mast so lange, bis Vorstag, Oberwanten und Achterstag fixiert sind. Erst nachdem der Mast gesichert ist, kann der Haken entlastet und abgelassen werden.

Der erste Schritt in die neue Saison ist getan: der Mast ist gestellt! In der kommenden Woche erfahren Sie, wie es nach dem Mastsetzen weiter geht: Riggtrimm ist angesagt! Haben Sie dazu bereits jetzt Fragen, schreiben Sie mir. Und auch beim Maststellen kann ich unterstützend tätig sein. Schreiben Sie mir einfach oder rufen Sie durch.

Ihr Martin Jannsen – MJOS Segelmacher auf Fehmarn