Gut festhalten! Spätestens seit der kontroversen Diskussion um das von Starkwind geprägte Silverrudder-Rennen um Fyn ist der Herbst eingezogen und mit ihm ein Thema, das jeden Segler beschäftigt:

Was tun bei Starkwind?

Bei Starkwind gilt wie so oft: Vorbereitung ist das halbe Leben und eine gute Vorbereitung auf Starkwind beginnt mit damit, Bedingungen zu vermeiden die Crew und Yacht an ihre Grenzen bringen. Ein regelmäßiger Blick auf den Wetterbericht ist somit unerlässlich, um nicht unverhofft in eine unliebsame (Starkwind)Situation zu geraten. Wichtig hier: Verlasst euch nicht nur auf punktuell Spot-Vorhersagen wie etwa von Windfinder. Ein Blick auf die Großwetterlage, wie ihn etwa der Deutsche Wetterdienst bereitstellt, hilft dabei, die Veränderungen im Wetter besser nachzuvollziehen und antizipieren zu können.

7 Beaufort und wir müssen nach Hause – was nun?

Es gibt jedoch Momente, da hilft der beste Überblick über das Wetter nichts. Gerade am Ende einer größeren Tour kann es schnell passieren, dass Zeitdruck und Wetter zu unliebsamen Entscheidungen führen. Wenn es dann heißt: „Windstärke 7 und wir müssen trotzdem auslaufen“ hilft nur eine gute Vorbereitung um den Bedingungen zu trotzen.

Wissen, wann der Spass aufhört: Jede Crew hat ihre persönliche Grenze und sollte sich dieser bewusst sein.

Unter Deck

Starkwind bedeutet in der Regel auch Wellengang. Steht also ein Tripp bei entsprechenden Bedingungen an, ist es unabdingbar, dass vor dem Auslaufen unter Deck seeklar gemacht wird. Konkret bedeutet dies, dass keine losen Gegenstände herumstehen und etwaiger Ballast – also Taschen, Staugut usw. – sicher verstaut werden. Dazu sollten alle Fenster und Luken kontrolliert werden. Viele Segler lassen ihr Vorluk im Hafen gern einen Spalt offen, um Belüftung im inneren der Yacht zu ermöglichen. Wird nun vergessen das Luk zu schließen, hat überkommendes Wasser frei Bahn ins Schiffsinnere.

Überhaupt ist Feuchtigkeit im Schiff bei Starkwind immer ein Thema. Entweder durch offene Luken, den Niedergang oder Kleidung gelangt bei schwerem Wetter leicht Wasser ins Schiff. Dies kann zu Irritationen führen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich ein Blick in die Bilge bevor es losgeht. Bleibt dieser nämlich aus, weiß der Skipper im Zweifelsfall nicht, ob das lokalisierte Wasser im Schiff auf eine undichte Stelle hindeutet, oder aber bereits vor Auslaufen in der Bilge war.

Wer früher refft hat länger Spass?

Wir wissen ja wie es ist. Gerade unter Regattaseglern gilt ja eigentlich das Mantra: „Wer später refft fährt länger schnell.“ Nun. Ist die Yacht im Race-Mode und entsprechend eingestellt mag das stimmen. Nur: Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir sind mit Freunden oder der Family unterwegs und müssen bei unangenehmen Bedingungen Strecke machen, dann nützt diese Halbwahrheit gar nichts. Vielmehr kehrt sich der schöne Spruch dann um: Wer früher refft, hat länger Spass weil weniger Stress! Es ist doch so: Ist viel Wind vorhergesagt und man ist unterwegs, ist es in der Regel nur eine Frage der Zeit, wann das erste Reff ins Groß gebunden wird, nicht ob. Wer hier vorausschauend handelt und frühzeitig ein sauberes Reff einbindet, der sparrt sich ein Nerven- und Kräfte-zehrendes Manöver im roten Bereich. Wie das Manöver auch dann gelingt, das haben wir hier bereits aufgeschrieben.

 Was sind eure Erfahrungen mit Starkwind? Schickt uns Fotos eurer härtesten Törns bei Facebook!

In diesem Sinne: Schönes Wochenende und viele Grüße aus der Segelmacherei auf der Sonneninsel Fehmarn,

Euer MJOS-Team!