Liebe Leser! In der vergangenen Woche haben wir uns an dieser Stelle bereits mit den ersten Basics der Yachtpflege zum Winterlager beschäftigt. Im Winter hängen die Lorbeerzweige tief, die Zeit ist günstig um mit ein paar Handgriffen die Leistung und Langlebigkeit der eigenen Yacht deutlich zu steigern. Denn: gut gepflegt ist halb gespart. Und deshalb geht es in der heutigen Ausgabe vom MJOS-Blog um die weiterführende Pflege für eure Yacht im Winter. Eines hat sich aber auch seit letzter Woche nicht geändert: 

Wir lieben schnelles Segeln immer noch.

 Und schnell bedeutet für uns als Segelmacher und Regattasegler nicht zwangsläufig, dass wir mit den neuesten Tüchern die letzten Sekundenbruchteile aus der Yacht heraus kitzeln. Schnelles Segeln ist vielmehr eine Frage der Ästhetik. Es sieht einfach besser aus, wenn eine Yacht gut getrimmt und auf Hochglanz poliert durch die See pflügt, als wenn der innere Schweinehund der Wintertage aus jedem Blickwinkel zu erkennen ist. Für die richtige Optik im Sommer sorgen die passenden Handgriffe zur Winterzeit. Stichwort: Außenhaut. Die Außenhaut einer Yacht macht über die Sommermonate so einiges mit. Die Sonne scheint unerbittlich, Salzwasser brennt sich ein und Mikroorganismen führen zu Verfärbungen. Kein Zweifel: Egal ob Gelcoat oder Lack: Saison bedeutet Krieg für den Glanz der Yacht. Grund genug also, die Außenhaut im Winter einer ordentlichen Beauty-Kur zu unterziehen. Daher raten wir: Sobald die Yacht an Land steht, erstmal das Salz herunterholen. Hierzu eignet sich am besten ein Hochdruckreiniger mit dem mit genügend Abstand das Schiff von außen abgespült wird. So stellt ihr sicher, dass zunächst die gröbsten Salzwassürrückstände beseitigt sind.

Waschen, polieren, kontrollieren

Ist das Schiff wieder trocken geht es ans Werk. Je nachdem, ob die Außenhaut lackiert ist, oder nicht, empfehlen wir zunächst mit einer entsprechenden Tiefenreinigung Rückstände aus der Oberfläche zu entfernen. Gerade bei Gelcoat-Oberflächen bilden sich in kleinsten Poren sonst Rückstände organischer Natur, welche mittelfristig zu unschönen Verfärbungen führen. Daher: Erst reinigen, bevor die Politur ausgetragen wird. Damit ihr beim Polieren ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt, empfehlen wir die Verwendung eines Strahlers so wie unten im Bild zu sehen. Durch die Verwendung eine kräftigen, gleichmäßigen Lichtquelle stellt ihr sicher, dass ihr keine Stellen auslast. Das gilt natürlich nicht nur fürs Polieren sondern auch für Arbeiten am Unterwasserschiff.


Das Frühjahr kann kommen

Die optimale Pflege für den Winter endet nicht mit dem Polieren der Außenhaut. Auch im Unterwasserbereich gibt es nach dem bereits erfolgten Anschleifen einiges zu tun. Sei es „nur“ das Auftragen einer neuen Schicht Antifouling, oder das Ausbessern kleinerer Unebenheiten. Egal, was ihr am Unterwasserschiff macht, tut dies stets bei ausreichender Beleuchtung und entsprechenden Temperaturen. Denn nichts ist ärgerlicher als im Frühjahr vor der Halle festzustellen, dass ihr unsauber gearbeitet habt. Achtet darauf, dass viele Hartantifoulings nur bei gewissen Temperaturen verarbeitet werden können. Ist es zu kalt, hält die Farbe nicht und blättert später ab. Drängt die Zeit oder ist kein besseres (wärmeres) Wetter in Sicht, kann auch das Einrüsten und ankleben des Unterwasserbereichs helfen. Ist viel Arbeit, hilft unter Anwendung von Heizlüftern aber, eine gewisse Grundtemperatur herzustellen. Um solche Unwegsamkeiten zu vermeiden, empfehlen wir, alle kältkritsichen Arbeiten bereits im Spätherbst vor dem ersten Frost durchzuführen. Das spart nicht nur kalte Stunden im tiefsten Winter, sonder verkürzt auch die Wartezeit auf die neue Saison!

Euer MJOS-Team!